Connect Mödling war im Fernsehen!

Wir sind sehr stolz auf unsere erfolgreichen Lehrlinge! Am 3. Jänner 2022 brachte der ORF einen interessanten Beitrag über einen von ihnen und die Arbeit von Connect Mödling. Reza, der 2015 nach Österreich gekommen ist, erzählt, wie er seine Lehrstelle als Friseur gefunden hat und wie viel Freude ihm sein Beruf macht. Seine Lehrmeisterin, Josefine Vielgrader, wollte eigentlich keinen Lehrling mehr aufnehmen und hat es aber keine Sekunde bereut. Mehr noch: Sie ist so begeistert von dem freundlichen und engagierten jungen Mann, dass sie ihn gleich nach dem Lehrabschluss übernommen hat. Damit ist Reza endlich angekommen und träumt jetzt von einem eigenen Salon. Wir wünschen ihm viel Erfolg!

 

 

Lockdown und Covid-Impfung

Auch Connect Mödling geht wieder in den Lockdown. Von 22. November bis 13. Dezember finden keine Deutschkurse und Veranstaltungen statt. Gerne könnt ihr uns schreiben und wir melden uns verlässlich zurück.

Alle Infos zu den Ausgangsregeln und zur Covid-Impfung findet ihr hier:

Auf Arabisch

https://www.integrationsfonds.at/coronainfo/ar/

Auf Farsi/Dari

https://www.integrationsfonds.at/coronainfo/fa/

Die Impfung wirkt am besten, wenn man sich 3-mal impfen lässt. Das geht schon 4 Monate nach der 2. Impfung. In NÖ fahren Impfbusse herum. Da braucht man keinen Termin. Hier findet ihr die Liste, wann ein Impfbus in Mödling oder Baden hält.

Tolle Leistung unserer HTL-Schüler!

Mit Vollgas geht es für einige unserer HTL-Schüler bereits ins letzte Schuljahr. Für andere ist die Halbzeit in der Fachschule geschafft. Seit 2016 läuft nun schon unser HTL-Projekt und viele unserer Schützlinge kämpfen sich mit viel Fleiß und Zähigkeit sprachlich und fachlich zum Schulerfolg. Geschafft haben sie das auch mithilfe ihrer ehrenamtlichen Patinnen und Paten, die die Burschen auch in schwierigen Zeiten immer wieder motivierten. Das gehört gefördert, befand Stephan Schimanowa, Vorsitzender der Volkshilfe Mödling und unterstützt die geplanten Projekt- und Sportwochen, die bald stattfinden, mit einer großzügigen Spende.

Sportlich unterwegs beim Fußballcup

Mohammad Jawari ist nicht nur schulisch gut unterwegs, sondern auch ein sehr talentierter Fußballer. Deshalb wurde er ausgewählt und durfte vom 13. bis zum 19. September 2021 mit dem österreichischen Team an den diesjährigen European Life Goals Games in Utrecht (Niederlande) teilnehmen. Insgesamt wetteiferten 22 Teams aus ganz Europa um den Sieg, spannend blieb es bis zum Schluss. Mohammad und sein Team belegten schließlich den 6. Platz. Wir gratulieren dir ganz herzlich, Mohammad! Wir sind stolz auf dich!

Bild: Das österreichische Team und Mohammad Jawari (letzte Reihe, 2.v.r.)

„Österreich im AUFnahmezustand“ – Kundgebung von ZusammenHalt NÖ in Mödling

Vielen Dank an Hanna, Annika, Ella und Paula! Die engagierten Mödlinger Schülerinnen haben die Kundgebung von ZusammenHalt Nö am Samstag, 14.2. organisiert. Ihrem Aufruf folgten viele Mödlinger Jugendliche und engagierte MitbürgerInnen. In mitreißenden Reden appellierten die Schülerinnen sehr eindringlich an die Regierungsverantwortlichen: „Die Kälte und Unmenschlichkeit der Regierung wird immer unerträglicher. Sie tritt Menschen- und Kinderrechte mit Füßen. Das darf und wird nicht so weitergehen! Wir alle sind aufgerufen, aktiv zu werden, der Regierung zu zeigen, dass wir für ein menschliches und offenes Österreich stehen. Wir können und werden nicht zum Alltag zurückkehren. Wenn viele aufstehen, muss die Regierung handeln! Zeigen wir gemeinsam, dass wir ein Teil der zivilgesellschaftlichen Bewegung für Menschlichkeit sind, die Österreich verändern wird. Unsere Botschaft: Wir schenken Hoffnung!“

Infos zur Corona-Schutzimpfung!

Informationen auf Arabisch findet ihr hier

Informationen auf Farsi findet ihr hier

In Niederösterreich könnt ihr euch über diesen Link zur Impfung anmelden. Die Impfung ist freiwillig und kostenlos!

https://www.impfung.at/vorregistrierung/?fbclid=IwAR3zIGMNVDsRqsPGSOR1MHLLmVkBEEfW-5N7FkmufqXtYLb12SFytxO2KXQ

Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis alle Menschen in Österreich, die wollen, geimpft werden können, aber anmelden kann man sich schon.

Wenn ihr noch weitere Fragen habt, schaut auf die Seite des Sozialministeriums. Hier werden viele Fragen beantwortet. Folge diesem Link!

24. Dezember – RICHTIG und FALSCH

An der Innenseite meiner Bürotüre habe ich eine Postkarte aufgeklebt: Ute Bock, die zwischen zwei afrikanischen Männern steht, alle drei lachen in die Kamera, darunter steht: Wir werden sie nie vergessen. Jeder Kollege und jede Vorgesetzte, die in mein Büro kommt, muss unweigerlich auf diese Postkarte sehen. Natürlich hat Ute Bock nicht immer alles richtig gemacht, aber was sie ausgezeichnet hat, ist, dass sie in keiner Weise korrumpierbar war. Sie handelte genau nach dem, was für sie, aus ihrer ganz persönlichen, menschlichen Sicht, richtig war – und so eindeutig wie sie gehandelt hat, hat sie das wohl ziemlich deutlich gespürt. Ich zweifle manchmal im Leben, ob das, was ich tue richtig ist, oder ob ich vielleicht anders entscheiden sollte. Aber nicht wenn ich Hassan treffe, oder Samir, oder Rafe oder Souhila. Das fühlt sich immer sehr richtig an. Und nicht wenn ich finde, dass wir geflüchtete Menschen von den griechischen Inseln aufnehmen müssen. Da lasse ich mich nicht abbringen, da gibt es keine Einwände, die mich umstimmen. In unserer Zeit, in der wir so viel Wissen durch Recherchen in Erfahrung bringen können und daher versucht sind, all das in Erwägung ziehen zu müssen, kommen Eindeutigkeit und Klarheit im Handeln, das Hören auf das eigene Gefühl, oft zu kurz. Mensch bleiben ist das, was am Ende zählt, denke ich.

Weil ich in meinem Herzen weiß, dass es richtig ist

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23. Dezember – FRANKREICH

Begonnen hat es im Herbst 2015. Zwei Arbeitskolleginnen wollten irgendwie aktiv werden. In einem Wiener Notquartier lernen sie mehrere Burschen aus Afghanistan kennen. Sie gehen am Wochenende öfters gemeinsam wandern in den Wienerwald oder machen Sightseeing Touren in Wien. Die Gruppe wird größer, Freunde schließen sich an. Die Jahre vergehen, Lehrstellen werden gesucht, Behördentermine wahrgenommen, es wird immer wieder gemeinsam gekocht und gespielt. Hamid ist Maria besonders ans Herz gewachsen. Er ist offen und humorvoll. Aber Hamid darf nicht bleiben, er bekommt einen negativen Bescheid, hat Angst vor einer Abschiebung und taucht unter. Wie viele andere junge Männer in seiner Situation geht er nach Frankreich, um dort noch einmal von vorne anzufangen und einen sicheren Platz zum Leben zu finden. Er ist nicht mehr der Alte, nicht mehr so fröhlich und hoffnungsvoll wie früher, erzählt mir Maria. Sie hält mit ihm weiterhin Kontakt, besucht ihn sogar in Frankreich. Er ist immer wieder verzweifelt – aber nie ganz alleine. Maria bleibt an seiner Seite.

Weil wir als Menschen verbunden sind

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22. Dezember – MUT

Mahdi hat Anina in der Schule kennen gelernt. Beide haben sich ineinander verliebt. Sie dürfen sich nicht zu zweit treffen, deshalb kommt Anina immer mit ihrer Schwester oder einer Freundin. Zu Aninas Geburtstag lade ich alle drei zum Mittagessen ein. Mahdi hat eine Torte gebracht. Sie erklären mir das Problem: Mahdi sollte eigentlich bei Aninas Eltern um ihre Hand anhalten, so verlangt es die afghanische Kultur. Aber Mahdi hat keinen Job, keine eigene Wohnung und nicht einmal einen positiven Asylbescheid. Er traut sich nicht zu Aninas Familie. Ich weiß nicht, was ich machen soll, sagt er und schüttelt verzweifelt den Kopf. Was meinst du dazu, frage ich das Mädchen. Anina lacht. Für sie ist es klar: Er soll trotzdem kommen und sich ihrer Familie vorstellen. Ihr Vater ist sehr sehr nett und gar nicht so streng, meint sie. Na dann, sage ich aufmunternd. Ok, sagt Mahdi, ich mache es sobald wie möglich. Es klingt noch nicht so motiviert.

Ein paar Wochen später telefonieren wir wieder. Mahdi sagt, er muss mit mir reden. Aha, ich muss schmunzeln, er überlegt schon, wie er es anlegen soll. Ich halte Mahdi jedenfalls die Daumen.

Weil es Menschen sind wie wir

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21. Dezember – GEBEN und NEHMEN

Ich komme vom Spital nach Hause, versuche mich wieder einzugewöhnen. Das Gehen fällt mir schwer und Aufräumen kann ich auch nicht. Natürlich hilft mir meine Familie, aber manches bleibt einfach liegen. Ich möchte wieder leben wie früher, unabhängig sein, mir nach meinen Vorstellungen die Zeit einteilen, aber manches geht alleine nicht. Ich brauche Hilfe. Nicht jeden Tag, aber hin und wieder, und ich möchte vor allem selbst entscheiden, wann ich sie brauche. Susanne fragt Layla. Sie sagt gleich zu. Layla geht mit mir einkaufen und ich bringe ihr unsere Bügelwäsche. Sie hat drei kleine Kinder, aber ich kann sie immer anrufen und sie versucht sich nach mir zu richten. Zu meinem Geburtstag kochen Leyla, Fatima und Samira für mich. Ich kann Freundinnen einladen und sie bewirten, fühle mich selbständig, fast wie eh und je. Gut gelaunt kosten wir uns durch die syrischen und afghanischen Gerichte.

Weil das Leben aus Geben und Nehmen besteht

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