Wie alles Begann …

Anna Teichgräber gab die Initialzündung zu CONNECT Mödling.
Im Interview mit Frederike Demattio erinnert sie sich an die Anfänge.


Wir waren im Herbst 2015 alle schockiert angesichts der Bilder von den überfüllten Flüchtlingslagern. Manche sind spontan nach Traiskirchen gefahren, um zu helfen. Wie kamst du auf die Idee, gleich eine Gruppe zu gründen?

Ich war gerade mit meinem Mann auf Urlaub in der Toskana. Ich glaube, es war ausschlaggebend, dass wir nicht mit unseren tagtäglichen Aufgaben zu tun hatten, sondern den Kopf frei hatten. Die Nachrichten über Menschen auf der Flucht haben uns tief bewegt, wir wollten nicht tatenlos zusehen. Das Thema „Lokale BürgerInnennetzwerke“ hat mich schon lange begeistert. Für mich war klar, dass ein Flüchtlingshilfe-Gruppenprojekt mehr ausmachen kann als die Summe vieler Einzelinitiativen. Außerdem war es wichtig, durch die Zusammenarbeit ein positives und keinesfalls angstbesetztes Bild in der Öffentlichkeit zu schaffen. Mein Mann und ich haben lange besprochen, wie wir helfen könnten. Er hat dann ein Logo und eine Website gestaltet, ich mit der Projektorganisation begonnen. Da ich Gemeinderätin in Mödling bin, wurde das Vorhaben mit den Grünen Mödling vorab gemeinsam diskutiert. Die Grünen Mödling haben auch die Kick-off-Veranstaltung mit NRAbg. Alev Korun als Podiumsgast organisiert.

Dann kamen an die 200 Menschen zum ersten Treffen in die Mannagettagasse. Wie hast du das erlebt?

Das Treffen im Schöffelhaus hat viel an juristischer und organisatorischer Fachinformation geboten. Damit wir überparteilich tätig sind, von der Stadt den Zuspruch bekommen und es als Mödlinger Gemeinschaftsprojekt aufgestellt wird, wurde vor der Vereinsgründung beschlossen, dass zwei bestehende lokale Initiativen eingegliedert werden, um das Projekt auf eine breite Basis zu stellen.

Beim zweiten Treffen ging es dann sehr schnell: Es waren sechs Gruppen vorgegeben, in die sich die Ehrenamtlichen aufteilten. Wie kam es zu dieser thematischen Aufteilung?

Die thematische Aufteilung haben Veronika Haschka, die inzwischen den Vorsitz im Verein übernommen hat, Alfred Trötzmüller und ich gemeinsam besprochen. Die Veranstaltung war relativ ergebnisoffen geplant. Wir wollten es ermöglichen, dass die Leute ihre Ideen einbringen und gemeinsam Richtung und Struktur erarbeiten. Wir alle waren überwältigt von dem Ergebnis des Abends. Eine Fülle von Ideen und konkrete Umsetzungen wurden gemeinsam entwickelt.

Wie hast du die Entwicklung von CONNECT Mödling erlebt? Wie lautet dein Resümee, wenn du auf die letzten drei Jahre zurückblickst?

CONNECT Mödling hat sich sehr erfolgreich entwickelt. Es ist schön, dass es dieses Projekt in unserer Stadt gibt. Toll finde ich, dass nach drei Jahren immer noch so viele Menschen daran mitarbeiten und es stetig weiterentwickeln.